Die ersten Tage

Donnerstag, 30.08.2012
Einige Tage sind vergangen, ich bin mittlerweile im Balmoral House angekommen (Balmoral Street 284, falls jemand stalken möchte). Die erste Nacht im Hostel war nicht wirklich angenehm, die Klimaanlage, professionell mit Klebeband am Fenster montiert, war scheinbar schon im kanadischen Winter angekommen. Dazu kam leider der Jetlag, diese Nacht bot keine Ruhe für mich. Dies führte zu einem frühen Spaziergang durch die Straßen rund um das Hostel. Winnipeg ist genauso, wie man sich eine kanadische bzw. amerikanische Stadt vorstellt. Die Seitenstraßen könnten aller direkt aus einer Folge Desperate Housewifes stammen, sehr idyllisch. Die ersten Eindrücke, bis auf der Sache mit dem Gepäck, also durchaus positiv. Im Hostel haben wir dann direkt andere deutsche Studenten kennen gelernt und mit Johanna und Luisa eine nahezu feste Gruppe für Wochenendtrips gebildet. Solange es warm ist wäre der Plan jedes Wochenende die Umgebung mit den Seen und Nationalparks zu erkunden. Nach einem Rundgang durch Downtown habe ich mich den restlichen Tag ins Bett verkrochen, inzwischen waren es knapp 40 Stunden ohne Schlaf. Am nächsten Tag ging es voller Elan ins Balmoral House, sehr coole Bude mit familiärer Atmosphäre gepaart mit einigen Rückzugsmöglichkeiten. Matt, ein Bewohner unseres Hauses und gleichzeitig eine Art Ansprechpartner, zeigte uns unsere Zimmer. (Bilder reiche ich nach, ohne Laptop und keinem Wlan ist das alles etwas kompliziert). Der restliche Tag Bestand aus Erledigungen, erstmal wurde mir keine Student ID Card ausgestellt, Olli schon, obwohl ich eine Bestätigung per Mail erhielt und er nicht. Später erfuhr ich, dass auch andere Leute keine Karten bekamen aber dafür ebenfalls eine Bestätigung wie ich...bestes System ALLER Zeiten. Sie hätten uns genauso gut "Fuck you, we dont like your picture" schreiben können. Naja, weiterhin müssen wir uns um ALLES kümmern, keine Teller, kein Besteck, keine Decke oder Kopfkissen (und damit meine ich nicht den Überzug!!!!), keine Tassen, keine Kleiderbügel, kein Wlan...großartig. Also mit Luisa und Johanna einkaufen, ab aus dem Haus und erstmal eine Gruppe von 10 Deutschen getroffen die den gleichen Plan hatten...wo kommen die alle her? Wie die Lemminge folgten wir der Gruppe und wie die Lemminge sollten wir auch enden...die Leute wollten zum Walmart etwas außerhalb...mit dem Bus. Also erstmal auf den stark verspäteten Bus gewartet und dann ab damit. Ich muss sagen, es war zwar ziemlich voll, dafür war der Bus aber auch ziemlich warm und die Verrückten die mich scheinbar auf jeder Busfahrt meines Lebens begleiten waren auch nicht fern. Übrigens hat der Busfahrer zwischendrin einfach mal angehalten, um auf die Toilette zu gehen...unfassbar. Jedenfalls war der Walmart im Endeffekt teurer als der Laden bei uns um die Ecke, beste Idee aller Zeiten dort hinzufahren. Also Kissen, Decke etc. Nach Hause und nochmal Geld wechseln und einkaufen. Zum Flughafen haben wir es nicht mehr geschafft, melden tut sich dort auch keine, klasse Service. Ein Anruf wird nur mit einer Computerstimme beantwortet, die meint sie wisse nicht so unser Gepäck wäre, kein persönliches Gespräch möglich. Abends eine kurze Vorstellung der Balmoral Häuser untereinander und dann eine Runde Rockband im Haus gegenüber. Die Stimmung ist einfach nur gut, die Entscheidung hier einzuziehen ist mit Sicherheit die Beste gewesen. Später nochmal zu uns und mit Jordan, einem Kanadier aus dem Norden, geredet. Ich merke, mein Englisch ist, vor allem im Small Talk, sehr ordentlich und man kann gut drauf aufbauen. Fazit des erstem Tages Balmoral House: Tolles Zimmer, schönes Haus, nette Leute und auch so schon viele Menschen kennen gelernt. Wenn das Gepäck noch da wäre, dann wäre ich glücklich.

Der Flug

Dienstag, 28.08.2012
Der Flug 8:00 Uhr am Düsseldorfer Flughafen, zweieinhalb Stunden vor Abflug. Genügend Zeit um die Formalitäten zu regeln und noch etwas in den Shops zu stöbern...würde man meinen. Ab zum Aer Lingus Schalter, drei Schalter für den Flug nach Dublin. Wir nehmen die deutlich kürzere Schlange. Nach kurzer Zeit können wir unsere Tickets von einem etwas zwielichtigen, südländischen jungen Mann verlangen. Haare nach hinten gekämmt, eine halbe Tube Gel findet sich mit Sicherheit darin. Kontakte ins Drogenmilieu? Nicht abwegig. Dieser Herr ist es, der uns direkt erklärt unser Weiterflug von Chicago nach Winnipeg wäre nicht im System hinterlegt und Flüge nach Kanada hätte er auch noch nie bearbeitet. "Sie sind ja ein ganz schöner Sonderfall", durfte ich mir anhören. Zur Erinnerung, wir sind von Düsseldorf geflogen und nicht von Paderborn oder Münster, da fällt die Verwunderung über solche Aussagen doch recht groß aus. Nach einigen verzweifelten Telefonaten und den scheinbar nicht zu erfassenden Daten über unseren Aufenthalt drückt er uns zwei Tickets in die Hand. "Sie sitzen wie gewünscht nebeneinander!". "Fehlt da nicht noch ein Ticket?", frage ich. "Das müssen sie sich in Chicago besorgen!". Na dann, soll es halt so sein. Nachdem sich hinter uns durch unseren zwanzigminütigen Aufenthalt eine längere Schlange gebildet hat als am Assassins Creed 3 Stand auf der Gamescom fiel es mir nicht schwer den voller Wut starrenden und kopfschüttelnden Pöbel ein "nettes" Grinsen zuzuwerfen. Dennoch stimmte da was nicht, wir waren stutzig und statteten der Aer Lingus Info-Stelle einen Besuch ab. Es stellte sich heraus, dass wir das Ticket wirklich in Chicago besorgen müssen und auch das Gepäck vom Gepäckband holen sollten, aber dennoch war unser Gepäck nur bis Chicago ausgeschrieben, es wäre nicht mit nach Winnipeg gekommen... Was soll man sich da denken? Servicewüste Deutschland? Zu banal! Unfassbare Inkompetenz!!! Nun denn, einige Stände abklappern, neue Aufkleber ausstellen lassen und gut ist...was solls, denke ich mir. Dann ab zum Check-In, die üblichen Kontrollen über sich ergehen lassen und weiter zum Boarding. Nach einem kurzen Blick auf die Tickets viel uns plötzlich auf, für den eineinhalb Stunden Flug nach Dublin sitzen wir nebeneinander...die acht Stunden von Dublin nach Chicago...nicht!!! Jetzt reichts, ab zum Boardingpersonal, wo uns abermals der schmierige Geselle begrüßt und ohne Entschuldigung die Umbuchung vollzieht...vielen Dank und auf nimmer Wiedersehen, Düsseldorf! Angekommen in Dublin, eineinhalb Stunden Aufenthalt bis zum Abflug aber was solls, direkt zum Gate. Aufgrund schon überwältigender Dekadenz haben die Vereinigten Staaten einen extra Bereich im Flughafen, viele amerikanische Flaggen, Bilder des Präsidenten, das übliche Zeug. Zum Glück haben wir das Esta Visum und das B2 Visum bereits (mit einigen Tränen) erledigt und ausgefüllt in der Tasche, dann müsste es ja schnell gehen! Nein! Da wir Esta und Visa besitzen müssen wir nun sogar zwei!!! Formulare ausfüllen, die zum Glück keine anderen Informationen enthalten wie die Visa, die wir bisher ausgefüllt ha...bitte??? Richtig gelesen, die USA halt! Weiter gehts, Fingerabdrücke, Gesichtsscan, Identifizierung des Gepäcks per Bild auf dem Monitor und weiter...noch eine Kontrolle, der etwas betagte Herr bat uns wir sollten wie üblich alles in die Körbe legen...und die Schuhe ebenfalls ausziehen. Er zwinkerte und lächelte. Ein Spaß? Vermutlich! Er wiederholte die Bitte..."Oh, we thought this was a joke?". Seine Antwort werde ich nie vergessen..."Of course not, you are in the US now!". Herrlich! Was gibt es mehr über das Land zu sagen? Weitere Passkontrollen und wir kommen während der Boardingphase am Gate an, gerade rechtzeitig, viel länger hätte es nicht dauern dürfen. Ab in den Flieger, 7:45 Std. nach Chicago! Immerhin ein Bildschirm mit genügend Auswahl an Filmen und Serien könnte man meinen! Eine Folge Futurama, eine Folge Simpsons, ansonsten viel Mist...Service bei Aer Lingus? Während des ersten Fluges keine Verpflegung, keine Getränke...während des zweiten Fluges eine!! Dose Cola und ein Hühnchengericht! Temperatur im Flieger lag zwischen Kältetod und Winnipeg im Winter, Decken gab es wohl, man konnte sich laut den Flugbegleiterinnen bedienen...niemand hat sie je gefunden... Ankunft in Chicago, überraschend problemlos. Durften direkt den Flughafen verlassen und waren draußen, quasi im "Land" - der Drang zu einer spontanen Spritztour durch die USA war größer denn je. Jedenfalls nach ein paar Erkundungstouren eingecheckt und 5 Stunden gewartet. Das Flugzeug nach Minipeg war dem Namen entsprechend ein kleines, 19 Reihen, 2 Plätze rechts und einer links. (die Aufteilung dürfte einer gewissen Person gefallen) 1:50 Std später Ankunft in Winnipeg und wie erwartet keine Koffer da, verschollen zwischen Düsseldorf, Dublin und Chicago! :) Na klasse, keine Kleidung, Zahnbürste, nichts... Ein paar Formulare später dann ab zum Hostel aber nein, die Einwanderungsbehörde checkt uns genauer. Die Dame vollzog direkt ihr verhör, Nachweise hier, Zahlungsmittel und Überweisungsträger ( die leider nicht dabei waren) dort. Olli war inzwischen schon fertig, die Dame fragten den Beamten, der Olli abgefertigt hat, ob er entsprechende Nachweise vorzeigen konnte. Konnte er natürlich nicht, dem Beamten wars nur egal...fuck you!!!! Also Ipad raus, versuchen an Benutzernamen und Passwörter für alle möglichen Seiten zu erinnern und alles bestmöglich nachzuweisen...was leider nur sehr mühsam voranging aber die Dame auch keine Gnade zeigte. Irgendwann waren wir erlöst, ab zum Turban ins Taxi und los zum Hostel...Bruchbude, dreckig...ist ja nur für zwei Tage...

8 Stunden noch...

Sonntag, 26.08.2012
Bald gehts los...stay tuned...

Bald geht es los

Sonntag, 26.08.2012

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.